Fahrradtour nach Recke

Der bange Blick der Organisatoren hing am frühen Samstagmorgen des 30.Juli 2016 abwechselnd am Himmel und am Regenradar des Mobilgerätes, welches immerhin 70% Regenwahrscheinlichkeit vorhersagte.

Der Heimat- und Wanderverein Hollage startete seine diesjährige Tages-Radtour um 09:00 Uhr an der Hollager Weltkugel. Mit 18 „pedelec-Domteuren“ und  7  „nur-Muskelaktivisten“ fand sich eine stattliche Anzahl  gutgelaunter Radler und Radlerinnen ein.

Es wartete eine, von den Organisatoren mehrmals abgefahrene und auf Navi konservierte Radtour von 53 km Länge auf die Gruppe. Bei strahlendem Sonnenschein und In  zunächst  westlicher Richtung über Iserfeld und die Hollager Straße war in Halen schnell die Landesgrenze überfahren. Weiter ging es, am ehemaligen Schießgelände vorbei  in Richtung Seeste.

Bereits hier wurde ein erster Radler durch einen technischen Defekt am pedelec zu 100% ausgebremst, aber er konnte dank schneller Serviceleistung seiner Fahrradwerkstatt, deren Monteur  zeitnah herbeieilte, die Gruppe mit kurzer Verzögerung  wieder einholen.

Über den Roten Berg und den Kanal war nach knapper Stunde die erste Rast erreicht und Sitzfläche und Sattel konnten sich kurzzeitig voneinander erholen.

Über schöne, wenig befahrene Wirtschaftswege, vorbei an dichten Maisfeldern und einzelnen Gehöften bog die Radlergruppe in die einsamen Gefilde des Recker Moores ab. Am dortigen Aussichtspunkt legte man eine weitere Rast ein. Der Himmel hatte sich bezogen und es näherten sich dunklere Wolken.

Kurz vor Recke wurden dann die „Regenklamotten“ ausgepackt, aber es lohnte kaum das Ankleiden, denn es war nur ein ziemlich kurzer Schauer.

Gegen 12 Uhr wurde die Ruthemühle angefahren, eine 450 Jahre alte Öl- u. Kornmühle, die wasserbetrieben später auch als Sägewerk bis in die 80iger Jahre des vorigen Jahrhunderts im Einsatz war. Heute ist hier ein Museum untergebracht und das Recker Standesamt hat ebenfalls einen Sitz. Unter kundiger Führung wurden den aufmerksamen Radlern Informationen zur  Mühle, den umliegenden Gebäuden wie Backhaus u. Remise, und zu vielen Gebrauchsgegenständen aus Haushalt und Landwirtschaft der „Altvorderen“ vermittelt, bis hin zu den Gepflogenheiten der Bergleute unter Tage. Leider war die Zeit für die Fülle an Möglichkeiten wieder viel zu kurz.

Von der Mühle bis zur Marina Merschmeyer am Mittellandkanal in Steinbeck war es nun nicht mehr weit. Neben der gut belegten Marina und Stellplätzen für Wohnmobile und Camper gibt es ein Restaurant. Hier wurden die Radler bei Sonnenschein gegen 13:00 Uhr mit den vorgewählten Mittagsgerichten erwartet, die ungewöhnlich schnell und wohlschmeckend auf den Tellern an den bereits eingedeckten, reservierten openair-Plätzen landeten.

Aufbruchsstimmung nach knapp 90 Minuten Mittagspause. Das hatte auch Petrus vernommen und er weinte bitterlich. In Regenkleidung wurde der Rückweg angetreten, aber nach 20 Minuten war die Sonne wieder da. Vorbei an Püttenbeck und Espel war auch ein kurzes Stück an der Heerstraße zu bewältigen. Alle Straßenquerungen, insbesondere auch an den stärker frequentierten Hauptstraßen, klappten problemlos.

Im Düsterdiek waren es wieder die Maisfelder, die sonnige, gut befahrbare Wirtschaftswege und Nebenstraßen säumten, aber auch Getreidefelder, Wiesen und Mischwald. Wenige mäßige Steigungen forderten insbesondere die Teilnehmer, die ohne Motorunterstützung unterwegs waren. 

Aber auch der e-Biker, der mit nur halbvollem e-Akku  gestartet war, hatte bei längeren Steigungen in dieser Phase seine liebe Not. Ein Pedelec fährt sich ohne Strom schon deutlich schwerer als mit.

Vorbei am Niedrighaussee und durch Mischwald kamen bald wieder heimische Gefilde in Sicht und kurz vor 17 Uhr war nach 53 Km mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 15 km/h  der Ausgangspunkt in Hollage wieder erreicht. 

Fazit:
Die Radler immer noch bei guter Laune, viel gesehen, viel Bewegung in frischer Luft, gut gegessen und getrunken, keiner wirklich überfordert und das Regenradar hatte mit 70% Regenwahrscheinlichkeit mal wieder viel zu hoch gepokert.